Lena Knilli

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Zu Seelenwäsche,
Johannes Rauchenberger, 2013

„Seelenwäsche“, als Kleidung verstanden, spannt die Wiener Künstlerin Lena Knilli über Kirchengrundrisse auf: Im Gespräch mit Johannes Rauchenberger sprach Knilli am Galerientag über den Gedanken, den KÖrper auch einfach als spirituellen Raum wahrzunehmen. Berührt wird damit auch seine fragile Würde, die mit der Intimität der Wäsche verbunden wird. Der Zugang dazu ist zunächst mit zwei ufzeichnungssystemen von „Schnitten“ erschlossen: Der Grundriss der Architekten- und der Schnitt der Schneiderzunft. Ist ein derartiger Entwurf des Gewandes untragbar, ist er Korsett, bieten seine Einzelteile Halt und Stabilität?

In einer in dieser Ausstellung erstmals zu sehenden Serie werden barocke Kirchengrundrisse, die meisten von ihnen stammen aus Prag, mit Unterwäsche, Badeanzügen oder Jacken verbunden. Den KÖrper nicht nur als eine Summe von Zellen, vom Gehirn gesteuert, zu denken, sondern ihn als einen spirituellen Raum wahrzunehmen springt als Faszination der Künstlerin Lena Knilli auf Betrachterinnen und Betrachter über. Doch die Verbindung beider Bereiche ist bekanntlich sehr fragil. Fragil sind auch die Materialität und die Umsetzung durch die Künstlerin. Fragil ist auch die Assoziation von K├Ârper und Kirche, das Abdriften in Verletzung und Missbrauch.


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